Chronik
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
|
Bereits um 1880 versuchten Stiepeler
Bürger im ehe-maligen Königreich eine Feuerwehr zu gründen.
Alle Versuche scheiterten an fehlenden Mitteln, und so blieb die
Brandbekämpfung in Stiepel dem Zufall überlassen.
Der Schulchronik der Schule Stiepel-Dorf aus dem Jahre 1903 ist
folgendes zu entnehmen : Das Feuer- löschwesen der Gemeinde
war bis zum Jahre 1903 sehr mangelhaft. Das zeigte sich bei den
zahlreichen Bränden, die in letzter Zeit hier wüteten.
|
|
Die sehr mangelhafte Spritze wurde noch dadurch
aktionsunfähiger, dass man sie an einem Ende der Gemeinde,
in einer Hütte auf dem Spielplatz der Schule zu Stiepel-Dorf
aufbewahrte. Diesen Mangel hatte man dadurch abgestellt,
dass man sie in der Mitte unserer Gemeinde, dem Nebengelände
der Schule Haar I unterbrachte. Jetzt stand sie in dem neuerbauten
Spritzenhaus auf Haar I. Im Jahre 1904 hat sich eine Freiwillige
Feuerwehr gebildet.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
|
|
|
|
Das alte Spritzenhaus neben der Haar-Schule um ca. 1918
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
Gründung der Stiepler Feuerwehr
|
|
|
|
Bis heute ist die folgende Gründungsanekdote
über-liefert und von Stiepler Heimatforschern anerkannt:
Traditionsgemäß wurde im Herbst 1902, nach einer
Hochzeitsfeier, am nächsten Morgen eine Hühnerjagd veranstaltet.
Bei diesem Streifzug entdeckten die Hühnerjäger
ein frisch geschlachtetes Schwein, das im dritten Stock eines Hauses
aufgehangen worden war. Über eine
Leiter wurde der Braten für die Allge-meinheit gerettet.
|
|
Durch diese Rettungstat
beflügelt, wurde acht Tage später die Feuerwehr Stiepel
gegründet. Wenig später im Jahre 1903 wurde die Satzung
mit Dienstordnung für
die Feuerwehr Stiepel besiegel.
W. Behrenbeck als 1. Chef und 23 weitere, alteinge-sessene Stiepeler
Bürger stellten die erste Löschmann- schaft mit ihren Unterabteilungen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| |
 |
|
|
|
|
|
Die Löschmannschaft zum 25. Jubiläum um 1927
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Aufbau des Löschzuges nach
1945 |
|
|
|
|
Nach mehrmaligem Wechsel in der Führung,
wurde der Löschzug bis zum Kriegsende 1945 vom 1. Brand-meister
E. Rumberg geleitet.
Im Sommer 1945 wurde der damalige Löschmeister L. Naurath
von der britischen Besatzung aufgefordert, den Löschzug Stiepel
wieder zu aktivieren. Unter seiner Leitung begann ein neuer Abschnitt
in der Ge-schichte der Stiepeler Feuerwehr. Die Technik rückte
in den Vordergrund und darauf mußten sich auch die Feuerwehren
einstellen. Außer bei der Brandbekämpf- ung stellte der
Löschzug auch bei Hilfeleistungen (Hochwasser) seine Sachkundigkeit
unter Beweis.
|
|
Im Jahre 1952 wurde L. Naurath zum Brandmeister
und ein Jahr später zum Oberbrandmeister für die Löschzüge
Stiepel und Querenburg befördert. Er er-hielt 1958 das
Bundesverdienstkreuz Sonderstufe II und 1966 das Goldene
Ehrenkreuz für 40jährige aktive Feuerwehrdienstzeit.
Als der OBM L. Naurath 1969 aus gesundheitlichen Gründen aus
dem aktiven Dienst ausscheiden mußte, wurde er zum Ehrenoberbrand-meister
und später zum Ehrenlöschzugführer ernannt.
Als Nachfolger übernahm am 1. Februar 1969 Brand-meister
L. Becker den Löschzug.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Eine neue Zeit
|
|
Der begonnene Aufbau des Löschzuges wurde
unter seiner Führung konsequent fortgesetzt. Praktische Übungen
wurden durch theoretische Schulungen er-gänzt.
Die Zahl der aktiven Kamera den stieg ständig. Dieses war nicht
zuletzt auf die Aufgabenerweiterung im Katastrophenschutz zurückzuführen.
Die Feuer-wehrmänner bestanden bei der Brandbekämpfung
und Hilfeleistung, dank ihrer guten Ausbildung, ihre Ein-sätze
mit gutem Erfolg. Auch bei den Leistungswett-kämpfen und bei
Großübungen wurde die Einsatz-stärke des Löschzuges
erfolgreich demonstriert.
Um eine schnelle Alarmierung sicherzustellen,
wurde 1971 das » Schneeballsystem « eingeführt.
Im Alarm-fall informiert die Leitstelle der Berufsfeuerwehr den
Löschzugführer bzw. seinen Vertreter. Dieser ruft zwei
weitere Kameraden des Löschzuges an und diese dann wiederum
zwei, bis der gesamte Zug alarmiert ist. Das Schneeballsystem hat
sich so bewährt, daß es
|
|
auch heute noch in den Löschzügen
der Freiwilligen Feuerwehr Bochum bestand hat. Jedoch von der Alarmierung
über Funkmeldeempfänger mittlerweile mehr und mehr verdrängt
wurde.
Im Juni 1972 wurde der Löschzugführer L. Becker
zum Oberbrandmeister und 1977, nach erfolgreich ab-geschlossenem
Zugführerlehrgang an der Landesfeuer-wehrschule in Münster
, zum Hauptbrandmeister be-fördert.
Durch die steigende Anzahl von potentiellen Atem-giften im Brandrauch
trat das Problem des Atem-schutzes immer mehr in den Vordergrund.
So wurden 1977 erstmals acht Kameraden
zu Atemschutzgeräte- trägern ausgebildet. Heute verfügt
der Löschzug fast ausschließlich über Atemschutzgeräteträger,
die ihr Erlerntes bei Einsätzen und Übungen immer wieder
unter Beweis stellen .
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Eine neue Fahrzeughalle |
1980
konnte der Baubeginn für die neue Fahrzeughalle des Löschzuges,
neben der ehemaligen Verwaltungs-stelle Stiepel, stattfinden. Während
der Bauphase er-brachten die Löschzugmitglieder einen erheblichen
Teil an Eigenleistung zur Vollendung der Fahrzeug-halle. Am 28. März
1981 wurde die neue Fahrzeug- halle mit einer offiziellen Übergabe
in Dienst gestellt. Steigende Einsatzzahlen und Zentralisierung der
Berufsfeuerwehr führte 1981 zur Einführung einer wöchentlichen
Einsatzbereitschaft.
|
|
Der Oberbrandmeister E. Theede wurde 1981 zum stellv.
Löschzugführer gewählt. Neben dem allgem. Dienstbetrieb
konnte 1982 das 80-jährige Jubiläum gefeiert werden.
Im Rahmen der Festlichkeiten wurden die passiven Mitglieder Prof.
H. Burchhardt ( 1992) und G. Kortwig ( 1984) zu Ehrenbrandmeistern
des Löschzugs Stiepel ernannt.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Überörtlich
im Einsatz |
Im Januar 1984
stellte der Katastrophenschutz ein neues LF 16 TS (Löschgruppenfahrzeug
mit eingeschobener Tragkraftspritze) beim Löschzug in
Dienst. Schon wenige Monate später rückte dieses
|
|
Fahrzeug zu einem überörtlichen
Großeinsatz bei den Chemischen Werken Hüls in Herne aus.
Erst nach 48-stündigem, gefahrenvollem Einsatz war der Brand
gelöscht |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Ausgezeichnet
für viele Verdienste |
|
Für 35-jährige aktive Bereitschaft erhielten die Kameraden
L. Becker, G. Barth und G. Schmitz das Feuerwehrehrenkreuz des Landes
Nordrhein-Westfalen in Gold. Die Stadt Bochum verleiht seit 1985
in Anerkennung der Dienste der Feuerwehr eine goldene bzw. eine
silberne Ehrennadel für 20-jährige bzw. 15-jährige
aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr Bochum.
Sechs Kameraden konnten die goldene und drei Kameraden die silberne
Ehrenadel in Empfang nehmen. 1986 wurden zwei weitere Kameraden
mit der Ehrenadel ausgezeichnet.
|
|
Eine in Eigenleistung erstellte
Toilettenanlage wurde am 30. April 1985 eingeweiht. Sie wurde von
den Kameraden selbst gebaut und so blieben der Stadt Bochum, bis auf
Materialkosten, alle Stundenlöhne erspart. Die Erstattung der
Materialkosten verdankt der Löschzug der Initiative des Bezirksvorstehers
Prof. Dr. Burchhardt.
Als besonderes Ereignis des Jahres 1986 ist die 60-jährige
Mitgliedschaft des Ehrenlöschzugführers L. Naurath hervorzuheben.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Schlüsselübergabe
in luftiger Höhe |
Nach langen
Vorbereitungen wurde im Jahr 1986 der 125. Gründungstag
der Freiwilligen Feuerwehr Bochum begangen. Innerhalb der Festwoche
konnte der Löschzug Stiepel das lang erwartete und dringend benötigte
neue LF 8, beschafft von der Stadt Bochum, übernehmen. Die Übernahme
der Fahrzeugschlüssel vom Bezirksvorsteher fand während
einer Veranstaltung zur 125-Jahrfeier in luftiger Höhe statt.
Im Korb einer Drehleiter stand der Bezirksvorsteher mit den Fahrzeugschlüsseln.
Nun musste der Löschzugführer L. Becker über die Drehleiter
zum Korb hinauf klettern, um den Schlüssel entgegenzunehmen.
Für einen gestandenen Löschzug- führer war dies natürlich
kein Problem.
Trotz der erfreulichen Ereignisse blieb die Einsatz- tätigkeit
des Löschzuges nicht im Hintergrund. |
|
Nach dem Jahrhundertunwetter
am 17. Juni 1986 mussten die Kameraden bis in die frühen Morgen-stunden
des 18. Juni Keller leer pumpen, Straßen wieder befahrbar machen
und immer wieder Menschen in Not helfen.
Die zehn Stunden Einsatztätigkeit werden lange in Erinnerung
der Kameraden bleiben.
Nicht nur die Einsätze des 17. Juni 1986, sondern auch weitere
vier Hilfeleistungen, zwei Groß-, ein Mittel- und ein Kleinfeuer
sowie vier Alarmierungen zur Besetzung einer Feuerwache machten das
Jahr 1986 zu einem Einsatzspitzenjahr im 20. Jahrhundert. Einer der
oben genannten Hilfeleistungseinsätze dauerte von Silvestermorgen
bis Neujahrnachmittag. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Einsatzbereit
für Bochums Bürger |
|
Am 7. Februar 1989 musste der stellvertretende Löschzugführer
E. Theede aus gesundheitlichen Gründen leider zurücktreten.
Seine Nachfolge übernahm Achim Haarmann.
Am 10. Juni des gleichen Jahres erlag Erwin Theede seiner schweren
Krankheit. Der Löschzug trauerte um einen treuen Kameraden.
1989 erhielt der Löschzug einen Rüstwagen zur technischen
Hilfeleitung. Aus der Einweihungsfeier wurde eine Feuertaufe, denn
noch während der Feier wurde der Löschzug zum Brand eines
Bauernhofes in Stiepel gerufen. So konnte der neue Rüstwagen
schon am ersten Tag sein Können unter Beweis stellen.
Da das alte LF 16 TS ausgemustert wurde, erhielt der Löschzug
nach langer Wartezeit ein neues Fahrzeug, um seine Einsatzfähigkeit
aufrecht erhalten und den Schutz der Bochumer Bürger gewährleisten
zu können.
|
|
Im Februar 1992 stand der Löschzug vor einer schweren
Entscheidung, da der bewährte und geschätzte Löschzugführer
Ludwig Becker aus Alters-gründen sein Amt abgeben musste.
Es fand sich ein Nachfolger, der in der Lage war, die Leistungen
seines Vorgängers fortzuführen. Der bis dahin stellvertretende
Löschzugführer Achim Harrmann wurde zum neuen Löschzugführer
und Andreas Becker zu seinem Vertreter gewählt.
Im Jahr 1992 wurde auch das 90-jährige Jubiläum in der
Fahrzeughalle mit den Stiepeler Bürgern, Freunden und auswärtigen
Partnerfeuerwehren gefeiert.
Auch sportlich hatte der Löschzug einiges zu bieten, man nahm
mit Erfolg an einem Fußballturnier teil.
Um nach Übungsabenden den Kameraden nach geleisteter Arbeit
Essen an bieten zu können, wurde in Eigeninitiative eine Küche
in der Unterkunft errichtet. Die Kameradschaft wurde durch viele
Ausflüge gestärkt, was von vielen auch mit Begeisterung
angenommen wurde.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Gut gerüstet
in ein neues Jahrtausend |
| Ein Großbrand
der Spedition Konrad bescherte dem Löschzug 1998 einen
seiner größten Brandeinsatze.
Das Jahr 1999 begann mit einem Wechsel des Lösch-zugführers.
Achim Haarmann stellte sein Amt aus zeitlichen und beruflichen Gründen
zur Verfügung. Als Nachfolger wurde Andreas Becker, der bis
dato stellvertretende Löschzugführer gewählt. Ihm
zur Seite steht Arndt Wiegers, als neuer Vertreter.
1999 bekam der Löschzug Stiepel ein neues Lösch-gruppenfahrzeug
im Tausch gegen sein altes LF 8.
Die Stadt Bochum beschloss ein neues Wachen-konzept mit 3 Wachbezirken
im Stadtgebiet. Wache 1 in Bochum-Wattenscheid, Wache 2 Stadtmitte
und Wache 3 in Bochum-Werne. Da der Abschnitt Süd relativ weit
von den Berufsfeuerwehrwachen entfernt ist, wurde beschlossen das
Gerätehaus des
|
|
Löschzuges Stiepel zu vergrößern, um bei Bedarf
zusätzliche Rettungsfahrzeuge unterbringen zu können.
Zum Jahreswechsel 1999/2000 besetzte der Löschzug die
Wache, da der Jahrtausendwechsel im PC-Zeitalter zu einem weltweiten
Problem hätte werden können. Glücklicher weise wurde
der Löschzug ,,nur" zu kleinen Bränden gerufen und
die Umstellung in das neue Jahrtausend klappte überall fast
reibungslos.
In der Jahreshauptversammlung 2000 wurde beschlossen einen
Förderverein zu gründen
um den rechtlichen Anforderungen der heutigen Zeit gerecht zu werden.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
| Neue Feuerwache
für den Löschzug |
Mitte 2001
war dann nach langen Planungen endlich Spartenstich für einen
Hallenanbau, sowie einen Sanitärtrakt. Auf Grund des niedrigen
Budgets der
Stadt Bochum, erklärte sich der Löschzug bereit einen erheblichen
Eigenbeitrag, in Form von Eigenleistungen wie der Einbau der Heizungs-
und Sanitäranlage, Malerarbeiten, Elektroinstallation, Fliesen
legen und vieles mehr zuleisten. |
|
Aber auch das war für
die bauerfahrenen Kameraden des Löschzugs kein Problem. In den
eigenen Reihen gab es Klempner, Schlosser, Elektriker, Maler, Tischler
und weitere Handwerker.
Somit wurde die neue Feuerwache, rechtzeitig zum 100-jährigen
Bestehen des Löschzuges, fertig gestellt und bei der Festveranstaltung
am 15. Juni 2002 offiziell übergeben. |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
© 2001-2003 Löschzug Stiepel,
Alle Rechte vorbehalten.
Haftungsausschluss
|